Fotograf: Georgi Kyosseff

Stanislav Stratiev wurde 1941 in Sofia geboren. Er begann seine Laufbahn als Journalist während seines MA-Studiums in Literatur an der Sofioter Universität.

Stratievs Karriere als Dramatiker startete 1974 mit dem durchschlagenden Erfolg seines ersten Stückes Das römische Bad, das im Satirischen Theater in Sofia mehr als zehn aufeinanderfolgende Spielzeiten vor ausverkauftem Haus aufgeführt wurde. (Das Stück wurde 2006 wiederaufgeführt und genoss erneut großen Erfolg im Satirischen Theater.) Es folgten Sakko aus Velour, Der Bus und viele andere.

Stratievs Theaterstücke wurden in Belgien, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Polen, Rumänien, Russland, Schweden, der Slowakei, der Tschechischen Republik, der Türkei, Ungarn, den USA und weiteren Ländern aufgeführt. Unser ach so kurzes Leben (im Französischen La vie bien qu’elle soit courte) gewann 1990 den ersten Preis beim Maubeuge International Theatre Festival. Auf der anderen Seite erreichte den zweiten Platz im BBC World Service Radio Hörspiel-Wettbewerb 1993 und wurde von der BBC produziert und ausgestrahlt.

Obwohl als Dramatiker schon äußerst beliebt, schrieb Stratiev ebenso Prosa, die lyrische, poetisch vergeistigte Auffassung mit einem Humor kombinierte und weltweit in mehr als 30 Sprachen übersetzt wurde. Auch seine Drehbücher brachten Stratiev internationale Anerkennung. Gleichgewicht gewann 1983 die Silber-Medaille beim 13. Internationalen Filmfestival in Moskau. Kindheitssonne gewann im selben Jahr den „Kind unserer Zeit“ – Preis beim MIFED in Mailand. Die Kultkomödie Eine Band ohne Namen wurde 2005 als bester bulgarischer Film aller Zeiten von den Lesern der Tageszeitung 24 Chasa und 2006 als Lieblingsfilm der Hörer des Atlantic-Radio gewählt.

Von 1975 bis zu seinem Tod 2000 arbeitete Stratiev als Dramaturg am Satirischen Theater in Sofia.

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