Unser ach so kurzes Leben

Erster Preis beim Maubeuge International Theatre Festival, Frankreich, 1990.

Wie würden Sie sich an einem Tag fühlen, wenn Sie beschlossen haben, Ihr Leben zu ändern? Wären da Fanfaren am Morgen? Würden Leute Sie auf eine ganz besondere Weise anlächeln? An einem wunderschönen Herbstmorgen erwacht der Architekt Stiljanow mit dem Gefühl, dass es höchste Zeit ist sein Leben zu verändern und damit aufzuhören, an der Errichtung schrecklicher, hässlicher, schlampig gebauter Wohnblöcke und Wohnsiedlungen mitschuldig zu sein. Als Mitglied der Kommission, die Neubauten genehmigt, hat er bisher diese Monstrositäten des menschlichen Wohnens abgesegnet. Stiljanow entscheidet sich die Einwände an diesem speziellen Morgen zu verlauten und seine Weigerung, ein weiteres fertiges Projekt von „grauen, einheitlichen Blöcken einer Wohnsiedlungs-Wüste“ zu genehmigen, bekannt zu geben. Während er also durch den Schlamm einer solchen unvollendeten Siedlung watet, springt ein Knopf seiner Hose ab. Dies ist ein ärgerliches, kleines Detail, aber... irgendwie macht es keinen guten Stand, wenn die Hose rutscht. Stiljanow beginnt sich um einen Ausweg aus dieser unangenehmen Situation umzusehen. Er geht von Tür zu Tür in diesem grauen Wohnblock, um sich Nadel und Faden zu borgen. Er begegnet aber nur Misstrauen und Aggressivität. Schließlich findet er sich in einer mystischen „Änderungsschneiderei“ deren einziges spezieller Dienst darin besteht, eine exquisite bürokratische Tortur für Klienten anzubieten.

Ausgewählte Produktionen
Ausgewählte Übersetzungen
Le Sorano, Toulouse, Frankreich. Regie Jean-Pierre Beauredon.
Canopée Produktion, Berlin, Deutschland. Regie François Baldassare.
Troupe Hors Série, Toulouse, Frankreich. Regie Malika Gessinn.
// Fotograf: Benoit Chatelain.
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