{"id":531,"date":"2018-12-26T05:54:24","date_gmt":"2018-12-26T05:54:24","guid":{"rendered":"https:\/\/stanislavstratiev.org\/library\/?page_id=531"},"modified":"2019-04-23T15:30:37","modified_gmt":"2019-04-23T15:30:37","slug":"landschaft-mit-hund","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/stanislavstratiev.org\/library\/?page_id=531","title":{"rendered":"Landschaft mit Hund"},"content":{"rendered":"<p>Eines sch\u00f6nen Abends besuchte uns unser Wohlt\u00e4ter Pe\u00adtrow. Er fasste in die Innentasche seiner Jacke und brachte von dort einen Hund zum Vorschein.<\/p>\n<p>Das Tier war nicht gr\u00f6\u00dfer als ein Tennisball und ebenso wei\u00df. Petrow setzte es auf den Tisch, wo es sogleich den Blick senkte und sch\u00fcchtern so sitzen blieb, als sei es gekommen, sich zu verloben.<\/p>\n<p>Petrow aber verk\u00fcndete: \u201eDas ist er. Ein Prachtexem\u00adplar.\u201c<\/p>\n<p>Wir starrten das wei\u00dfe Etwas an.<\/p>\n<p>\u201eEin braver Hund\u201c, sagte ich unsicher. \u201eUnd was hast du mit ihm vor?\u201c<\/p>\n<p>\u201eWieso?\u201c erwiderte Petrow. \u201eEr geh\u00f6rt dir. Ich schenke ihn euch.\u201c<\/p>\n<p>Ich erinnerte mich nicht, mit Petrow jemals \u00fcber einen Hund gesprochen zu haben. Weder mit ihm noch mit sonst jemandem, denn ich redete seit f\u00fcnf oder sechs Jahren mit meinen Bekannten \u00fcberhaupt nur \u00fcber Wohnungen, weil ich keine hatte. Wir lebten zu der Zeit mit unseren drei Kin\u00addern in einem kleinen Einzimmerappartement, das buch\u00adst\u00e4blich nur einen Raum mit einer K\u00fcche daran hatte und zudem auch noch von einem Verh\u00e4ngnis bedroht war &#8211; das Geb\u00e4ude stand vor dem Abriss, an seiner Statt sollte eine Post gebaut werden. Deshalb betrachtete ich den wei\u00dfen Ball auf dem Tisch ziemlich skeptisch.<\/p>\n<p>Die Perspektive, un\u00adsere enge Behausung mit einem wenn auch tragbaren Hund zu teilen, lockte mich keineswegs. Er wirkte zwar zur\u00fcck\u00adhaltend und wohlerzogen, aber die Evolution hat der Menschheit ja auch schon gr\u00f6\u00dfere \u00dcberraschungen be\u00adschert.<\/p>\n<p>\u201eWas ist denn?\u201c unterbrach Petrow meine Gedanken. \u201eGef\u00e4llt er dir nicht?\u201c<\/p>\n<p>\u201eIch bin hier etwas beengt\u201c, sagte ich. \u201eDu siehst ja &#8211; ein Zimmer, K\u00fcche, drei Kinder und meine Frau&#8230; Aber der Hund ist h\u00fcbsch. So sch\u00f6n wei\u00df.\u201c<\/p>\n<p>\u201eSei nicht kindisch\u201c, erwiderte Petrow. \u201eDu hast doch ge\u00adsehen, wo ich ihn vorhin rausgeholt habe. Er braucht nicht mehr Platz als ein Kugelschreiber.\u201c<\/p>\n<p>\u201eJetzt ja\u201c, stimmte ich zu. \u201eAber sp\u00e4ter&#8230; Und warum besorgst du mir einen Hund? Es war doch von einer Woh\u00adnung die Rede.\u201c<\/p>\n<p>\u201eHast du schon mal was von Entfremdung geh\u00f6rt?\u201c fragte Petrow. \u201eDaran sterben mehr Menschen als am Herz\u00adinfarkt. Nur langsamer.\u201c<\/p>\n<p>\u201eDas ist schon wahr\u201c, r\u00e4umte ich ein. \u201eAber bei unserer begrenzten Wohnfl\u00e4che&#8230;\u201c<\/p>\n<p>\u201eDie spielt keine Rolle\u201c, versicherte mir Petrow. \u201eIch leide in meinen f\u00fcnf Zimmern schrecklich unter der Einsam\u00adkeit, die leeren R\u00e4ume bedr\u00fccken mich so sehr, dass \u00a0ich manchmal heulen m\u00f6chte wie ein Wolf. Der Mensch braucht ein Wesen, f\u00fcr das er sorgen kann. Und das sich ihm verbunden f\u00fchlt.\u201c<\/p>\n<p>\u201eTrotzdem&#8230;\u201c, entgegnete ich.<\/p>\n<p>\u201eDer Hund ist notwendig f\u00fcr dein Gem\u00fctsleben\u201c, erkl\u00e4rte Petrow kategorisch. \u201eIn unserer automatisierten Zeit bedarf man der M\u00f6glichkeit, sein menschliches Wesen zu beweisen und sich der Natur, den nat\u00fcrlichen Dingen anzun\u00e4hern. Sonst geht man an der Entfremdung zugrunde.\u201c<\/p>\n<p>Mir blieb kein Ausweg.<\/p>\n<p>\u201eAu\u00dferdem\u201c, f\u00fcgte Petrow hinzu, \u201ewerden diese Art Hunde h\u00f6chstens so gro\u00df wie ein Schuh. Das ist eine kleine Rasse.\u201c<\/p>\n<p>\u201eWelche Schuhgr\u00f6\u00dfe?\u201c wollte mein kleiner Sohn wissen.<\/p>\n<p>\u201eDreiundvierzig\u201c, sagte Petrow. \u201eMehr nicht.\u201c<\/p>\n<p>\u201eUnd wie hoch wird er?\u201c fragte der Kleine weiter.<\/p>\n<p>\u201eWie ein Skistiefel\u201c, entgegnete Petrow. \u201eOhne den Hang.\u201c<\/p>\n<p>Dann berichtete er von einem einzigartigen Fall, in dem ein Hund dieser Art zur H\u00f6he eines Schaftstiefels emporge\u00adwachsen war.<\/p>\n<p>\u201eAber das ist in dreihundertf\u00fcnfzig Jahren nur einmal vorgekommen\u201c, versicherte er uns. \u201eUnd auch nur in Deutschland. Er steht jetzt in Wachs im Britischen Mu\u00adseum.\u201c<\/p>\n<p>\u201eUnd wie sieht\u2019s mit einer Wohnung aus?\u201c fragte ich. \u201eBe\u00adsteht da irgendeine Hoffnung?\u201c<\/p>\n<p>\u201eAlso wei\u00dft du, ich bringe dir einen Hund aus der Schweiz mit\u201c, sagte Petrow, \u201eund du redest von einer Woh\u00adnung. Das regeln wir schon noch. Sieh lieber erst mal zu, dass du dich aus den Krallen der Entfremdung befreist.\u201c<\/p>\n<p>Er betrachtete noch einmal den Hund, der nach wie vor sch\u00fcchtern auf dem Tischtuch stand, und ging davon.<\/p>\n<p>Wir nannten unseren neuen Mitbewohner Mokassin. Das schien mir ein passender Name f\u00fcr einen Hund zu sein, der niemals gr\u00f6\u00dfer werden sollte als ein Schuh.<\/p>\n<p>Zehn Tage nach Petrows Besuch hatte er bereits die Schuhgr\u00f6\u00dfe f\u00fcnfundvierzig erreicht. Wir gingen mit ihm ei\u00adgens in den \u00dcbergr\u00f6\u00dfenladen \u201eGigant\u201c, um nachmessen zu lassen.<\/p>\n<p>Ich rief sofort Petrow an, aber der war mit irgendeiner Delegation im Ausland.<\/p>\n<p>Nach drei Wochen hatte der Hund Dimensionen wie ein Kalb, und als ich einen Monat danach von einer Dienstreise wiederkam, begegnete ich im Korridor einem wei\u00dfen Pferd mit den \u00e4u\u00dferen Merkmalen eines Hundes.<\/p>\n<p>Ich nickte ihm freundlich zu, sagte sogar \u201eWie geht es Ihnen?\u201c und schl\u00fcpfte v\u00f6llig verwirrt an ihm vorbei in die K\u00fcche zu meiner Frau.<\/p>\n<p>\u201eWas ist denn das im Korridor?\u201c fragte ich fl\u00fcsternd. \u201eWar Petrow noch einmal da?\u201c<\/p>\n<p>\u201ePetrow ist noch im Ausland\u201c, sagte meine Frau. \u201eDas da drau\u00dfen ist Mokassin.\u201c<\/p>\n<p>\u201eWie?\u201c rief ich verbl\u00fcfft. \u201eEr kann doch h\u00f6chstens Schaft\u00adstiefelgr\u00f6\u00dfe&#8230;\u201c<\/p>\n<p>\u201eDer Stiefel steht im Britischen Museum, dieser hier ist so gro\u00df wie ein Kamel und vertilgt eine halbe Kuh am Tag. Ich habe Angst, dass er eines Tages noch die Kinder frisst.\u201c<\/p>\n<p>\u201eNun h\u00f6r aber auf\u201c, sagte ich. \u201eHunde sind die treuesten Freunde des Menschen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eDas werden wir sehen.\u201c Meine Frau wiegte den Kopf. \u201eIch hege da doch ernste Zweifel.\u201c<\/p>\n<p>Die Lage war kompliziert.<\/p>\n<p>Wegen seiner Gr\u00f6\u00dfe n\u00e4chtigte der Hund in unserem ein\u00adzigen Zimmer, die Kinder schliefen in der K\u00fcche, und ich musste auf den Balkon.<\/p>\n<p>Meine Ersparnisse schmolzen in zwanzig Tagen dahin &#8211; Mokassin zeigte einen ungew\u00f6hnlichen Appetit, und ich lebte tats\u00e4chlich in der st\u00e4ndigen Furcht, er k\u00f6nnte sich an den Kindern vergreifen.<\/p>\n<p>Wenn er zum Spielen auf die Stra\u00dfe hinunterging, fielen dort die Leute vor Schreck in Ohnmacht, noch ehe er sie zum Spa\u00df an der Nase leckte.<\/p>\n<p>Mokassin war zwar k\u00f6rperlich gewachsen, geistig aber ein Kind geblieben. Er stahl die Schuhe der Nachbarn und brachte sie uns &#8211; das war sein Lieblingsspiel. Dabei depo\u00adnierte er sie an den unm\u00f6glichsten Stellen, und w\u00e4hrend ich noch kategorisch leugnete, fremde Schuhe in der Wohnung zu haben, f\u00f6rderte eine sorgf\u00e4ltige Suche dieselben aus dem Kleiderschrank, dem K\u00fchlschrank oder der Brot\u00adb\u00fcchse. Ich wurde der Liebling der Konfliktkommission, die sich abendelang mit mir besch\u00e4ftigen konnte und auf diese Weise ihre in letzter Zeit etwas schleppende T\u00e4tigkeit neu belebte.<\/p>\n<p>Das ganze Stadtviertel war gegen mich &#8211; es gen\u00fcgte, dass ein Kind mal vom Spielen nicht rechtzeitig nach Hause kam, und schon erschien Hals \u00fcber Kopf eine weinende Mutter bei uns, gefolgt von einem Vater mit zusammengebissenen Z\u00e4hnen und einem Jagdgewehr in der Hand, um Mokassin des Schlimmsten zu beschuldigen.<\/p>\n<p>Vergebens erkl\u00e4rte ich, dass er, selber noch ein spielendes Kind trotz seiner Gr\u00f6\u00dfe, nur die harmlosesten freundschaft\u00adlichsten Absichten hege und Hunde \u00fcberhaupt die besten Gef\u00e4hrten des Menschen seien.<\/p>\n<p>Des Nachts schlich ich \u00fcber die H\u00f6fe und brachte heim\u00adlich die von Mokassin gestohlenen Schuhe zur\u00fcck &#8211; tags\u00ad\u00fcber versteckte ich sie, damit die nachforschende Kommis\u00adsion der Stadtviertelvertreter sie nicht fand.<\/p>\n<p>Meine Frau verlor als erste die Nerven und verk\u00fcndete, dass ich mich entweder f\u00fcr sie und die Kinder oder f\u00fcr den Hund entscheiden m\u00fcsse.<\/p>\n<p>\u201eDu wei\u00dft\u201c, erwiderte ich sachlich, \u201edass von diesem Hund eine Wohnung f\u00fcr uns abh\u00e4ngt. Petrow hat verspro\u00adchen, uns eine zu besorgen. Und zwar schon vor einem Jahr.\u201c<\/p>\n<p>\u201eDas ist mir egal\u201c, entgegnete meine Frau starrsinnig.<\/p>\n<p>\u201eGut, dann verkaufe ich ihn. Vielleicht will jemand aus seiner Haut Trommelfelle oder Schuhe machen. Und was wird aus uns?\u201c sagte ich zu ihr. \u201eWir bleiben unser ganzes Leben lang in einem Zimmer hocken. Die Kinder wachsen schlie\u00dflich heran&#8230;\u201c<\/p>\n<p>Sie weinte.<\/p>\n<p>\u201eWir k\u00f6nnen Petrows Geschenk nicht weggeben\u201c, fuhr ich fort. \u201eTr\u00e4nen n\u00fctzen da gar nichts. Hier hilft nur Aus\u00addauer.\u201c<\/p>\n<p>Wir hielten noch einen Monat durch.<\/p>\n<p>Dann schrieb ich, um doch irgendwie aus dieser Situation herauszukommen, einen Brief an den Direktor des Britischen Museums. Ich teilte ihm mit, dass ich im Besitz eines Hundes der und der Rasse und mit den und den Ausma\u00dfen sei und im Namen der Wissenschaft sowie der kulturellen Zusammenarbeit zwischen unseren L\u00e4ndern bereit w\u00e4re, ihn dem Museum zu vermachen. V\u00f6llig unentgeltlich, nur w\u00fcrde ich Wert darauf legen, dass seine Wachsnachbildung die Aufschrift trage: \u201eGestiftet von Petrow.\u201c<\/p>\n<p>Ich hoffte n\u00e4mlich darauf, dass sich Petrow geschmeichelt f\u00fchlen werde, wenn sein Hund in den S\u00e4len des Britischen Museums stand. Schon wenig sp\u00e4ter kam die Antwort.<\/p>\n<p>\u201eDear Sir\u201c, hie\u00df es in ihr, \u201ewir haben die Ehre, Ihnen un\u00adseren au\u00dferordentlichen Dank f\u00fcr Ihr gro\u00dfz\u00fcgiges Angebot zu \u00fcbermitteln. Zugleich m\u00fcssen wir Ihnen jedoch mitteilen, dass unser Museum leider \u00fcber keinerlei M\u00f6glichkeiten ver\u00adf\u00fcgt, Ihren bemerkenswerten Hund aufzunehmen. Wir sind, die reine Wahrheit zu sagen, mit Hunden \u00fcberreichlich ver\u00adsehen. Ein Exemplar mehr oder weniger w\u00fcrde die Effekti\u00advit\u00e4t der Situation nicht \u00e4ndern. Empfangen Sie abermals unseren Dank und die Versicherung unserer besten Gef\u00fchle f\u00fcr Sie.\u201c<\/p>\n<p>Abgesehen davon, dass ich mit \u201eSir\u201c angeredet wurde, stimmte mich der Brief in keiner Weise froh.<\/p>\n<p>Inzwischen zahlte ich den entsprechenden Beh\u00f6rden eine doppelte Hunde- und Pferdesteuer, au\u00dferdem hatte ich Mokassin pflichtgem\u00e4\u00df gegen zwanzig Krankheiten impfen lassen, wof\u00fcr mein halbes Jahresgehalt draufgegangen war, und mir die Akademie der Wissenschaften zum Feind ge\u00admacht, die die psychophysischen Besonderheiten des Haupt\u00adhirns unseres Hundes vermittels thermischer Reize erfor\u00adschen wollte.<\/p>\n<p>In diesem Stadium entschloss ich mich, ihn umzubrin\u00adgen.<\/p>\n<p>N\u00e4chtelang entwarf ich mit meiner Frau zusammen Pl\u00e4ne, wo, wie und womit die Untat zu vollbringen sei, so dass uns die Kinder schon \u201eLady Macbeth\u201c nannten.<\/p>\n<p>Gerade war alles bereit, die Axt schwebte \u00fcber Mokassins Haupt, mein Blut sch\u00e4umte mir in den Adern, da klingelte es an der T\u00fcr. Ein Telegramm wurde gebracht.<\/p>\n<p>Es kam aus London. Petrow fragte an, wie es dem Hund gehe. Au\u00dferdem teilte er mit, dass er ein sehr originelles Halsband f\u00fcr ihn gekauft habe.<\/p>\n<p>Die Axt entfiel meinen H\u00e4nden.<\/p>\n<p>Wir lebten weiter wie bisher, wobei noch hinzukam, dass ich Telegramme nach Lausanne und Milano bezahlen musste, um Petrow Nachricht \u00fcber Mokassins Befinden zu geben.<\/p>\n<p>Der aber f\u00fchlte sich pr\u00e4chtig. Er fra\u00df mit Appetit, ging re\u00adgelm\u00e4\u00dfig spielen und ruhte am Nachmittag zwei Stunden.<\/p>\n<p>Die Bl\u00e4tter an den B\u00e4umen wurden gelb, es nahte der Herbst, der erste Reif lie\u00df die letzten sp\u00e4ten Blumen in den G\u00e4rten welken, zottige Wolken zogen am grauen Himmel auf, und der Winter folgte ihnen nach.<\/p>\n<p>Auf dem Balkon zu schlafen bereitete zunehmend Schwierigkeiten; es schneite, und ich musste des Morgens mit der Schaufel freigelegt werden.<\/p>\n<p>Petrow weilte noch immer im Ausland.<\/p>\n<p>Dazu stellte sich auch eine ungeahnte K\u00e4lte ein, es fror Stein und Bein, die Kinder gingen nicht mehr zur Schule, in der Atmosph\u00e4re w\u00fcteten Antizyklone, und uns wurde klar, dass nachgerade unser Leben auf dem Spiel stand.<\/p>\n<p>Petrow aber war noch immer nicht zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Da gab ich eine Anzeige in die Zeitung, dass ich einen Hund gegen eine Dreizimmerwohnung zu vertauschen h\u00e4tte.<\/p>\n<p>Meine Frau sah mich mitleidig an und erkl\u00e4rte k\u00fchn, dass sich gewiss sofort eine Menge Interessenten melden w\u00fcrden; dann nahm sie die Kinder und schloss sich in der K\u00fcche ein.<\/p>\n<p>Dort weinten sie alle vier die ganze Nacht.<\/p>\n<p>Am anderen Morgen erschien eine energische junge Dame, die den Hund zu sehen w\u00fcnschte. Es sei wegen der Anzeige in der Zeitung.<\/p>\n<p>Ich f\u00fchrte ihr Mokassin vor.<\/p>\n<p>Sie sagte, die Farbe sei ideal, und fragte nach dem Stamm\u00adbaum.<\/p>\n<p>Ich erwiderte, der Hund komme aus der Schweiz, und seine Papiere l\u00e4gen zur Zeit in Z\u00fcrich zur \u00dcberpr\u00fcfung.<\/p>\n<p>Da nahm sie Mokassin auch so.<\/p>\n<p>Wir zogen in die Dreizimmerwohnung um, zu der, wie sich herausstellte, auch noch eine Dachkammer geh\u00f6rte &#8211; etwa f\u00fcnfzig Quadratmeter &#8211; und ein Bad.<\/p>\n<p>Nach einer Weile sp\u00fcrten wir pl\u00f6tzlich, dass die Entfrem\u00addung an uns zu nagen begann.<\/p>\n<p>Ich werde wohl Petrow, der noch immer im Ausland ist, schreiben m\u00fcssen, dass er uns einen Hund mitbringt. In die\u00adser automatisierten Zeit braucht man eine Gelegenheit, Mensch sein zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em>\u00dcbersetzt von Hartmut Herboth<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eines sch\u00f6nen Abends besuchte uns unser Wohlt\u00e4ter Pe\u00adtrow. Er fasste in die Innentasche seiner Jacke und brachte von dort einen Hund zum Vorschein. Das Tier war nicht gr\u00f6\u00dfer als ein Tennisball und ebenso wei\u00df. Petrow setzte es auf den Tisch, wo es sogleich den Blick senkte und sch\u00fcchtern so sitzen blieb, als sei es gekommen, &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/stanislavstratiev.org\/library\/?page_id=531\" class=\"more-link\">Continue reading<span class=\"screen-reader-text\"> &#8220;Landschaft mit Hund&#8221;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":225,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-531","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/stanislavstratiev.org\/library\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/531","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/stanislavstratiev.org\/library\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/stanislavstratiev.org\/library\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/stanislavstratiev.org\/library\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/stanislavstratiev.org\/library\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=531"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/stanislavstratiev.org\/library\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/531\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":617,"href":"https:\/\/stanislavstratiev.org\/library\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/531\/revisions\/617"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/stanislavstratiev.org\/library\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/225"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/stanislavstratiev.org\/library\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=531"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}